Rundschreiben

 

Geänderte Spielregeln für Privatanteil der KfZ-Nutzung bei Selbständigen

Die neue Bundesregierung will sparen und Selbständigen, die den überwiegenden Teil ihrer Tätigkeit in ihren Geschäftsräumen erledigen, das pauschale Absetzen ihrer Fahrzeugkosten erschweren.
Arbeitnehmern, denen ein Auto auch zu privater Nutzung kostenfrei überlassen wurde, können das auf die gleiche Weise tun wie bisher, auch wenn das Auto ihrer eigenen GmbH gehört.
Der Vorstoß des Gesetzgebers richtet sich vielmehr an die beliebtesten aller Steuerzahler, nämlich an Einzelunternehmer oder Freiberufler. Wer von diesen sein Auto vermutlich weniger als zur Hälfte für betriebliche Fahrten nutzt, der kann nicht mehr sein Auto nach der sogenannten 1% Methode versteuern.
Wie Sie wissen, wird bei der sogenannten 1%-Methode ein Prozent vom Brutto-Listen-Neupreis als Privatanteil gewinnerhöhend behandelt. Im Gegenzug sind alle Kfz-Kosten absetzbar, es sei denn, sie sind ausschließlich auf privaten Reisen entstanden.
Die Schwierigkeit besteht momentan darin, Ihnen kurz und präzise zu sagen und zu empfehlen, was Sie jetzt am besten tun sollten. Bisher gibt es zwar die Gesetzesänderung, aber noch keinen Anwendungserlass oder ähnliches. Insofern habe ich im folgenden zu eigenen Wörtern gegriffen, um gar nicht erst den Eindruck aufkommen zu lassen, das es amtlich sei.
Die so genannten "Flitzer", also z.B. Landärzte oder Versicherungsmakler mit glaubwürdig hoher Besuchstätigkeit, dürfen weiter wählen, ob sie die 1%-Methode möchten, oder ihren privaten Fahrtenanteil mit einem Fahrtenbuch ermitteln wollen.
Dagegen sollen die "Stubenhocker" nach ersten Veröffentlichungen mit einem geschätzten privaten Anteil bestraft werden. Welche Schätzungsmethoden hierbei angewandt werden, ist bisher nicht geklärt, es ist davon auszugehen, das von einem Privatanteil über 50% ausgegangen werden muss, da sonst die in der Regel günstigere 1%-Methode gestattet wäre.

In den meisten Fällen wird es jedoch unsicher sein, zu welcher Kategorie man gehören wird.
Zur Abwehrmaßnahme ungerechtfertigten Schätzungen seitens der Finanzbehörden bleibt nur die Möglichkeit ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch zu führen.

Was ich Ihnen rate

Überlegen Sie einmal, zu welcher Kategorie von Autofahrern Sie gehören könnten.
Besprechen Sie auf Wunsch mit mir, ob die Führung eines Fahrtenbuches unvermeidbar ist, oder ob wir gemeinsam Möglichkeiten finden, die 50%ige betriebliche Nutzung des Kraftfahrzeuges anderweitig nachzuweisen.

Die Führung eines Fahrtenbuches ist wie eine Zahnspange tragen: unheimlich nervig und man muss eine gewisse Zeit dran bleiben, sonst hat die ganze Mühe null Wirkung.
Des weiteren möchte ich sie erneut auf meine Homepage http://www.StBJahn.de hinweisen. Sie finden dort ein Archiv mit den bisherigen Rundschreiben, sowie eine Rubrik mit aktuellen Steuer-News.

Diese Hinweise sind wie immer sorgfältig erstellt, ich weise jedoch wegen der noch nicht ganz geklärten Rechtslage auf die Unverbindlichkeit hin.

Mit freundlicher Empfehlung und den besten Grüßen
Ihr Steuerteam - Steuerkanzlei Wolfgang Jahn