Rundschreiben

 

Thema: Haushaltsnahe Dienstleistungen § 35a Abs. 2 Satz 2 EStG

Aufwendungen für Handwerkerleistungen, die in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, sind mit einer Steuerermäßigung begünstigt, gleichgültig ob es sich um die eigene oder um eine Mietwohnung handelt.
Der Umfang der geförderten Arbeiten durch Handwerker wurde rückwirkend zum 1.1.2006 erheblich erweitert.
Die Steuerermäßigung gibt es jetzt für alle Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungs-maßnahmen (§ 35a Abs. 2 Satz 2 EStG).
Sie beträgt bei Handwerkerleistungen 20 % der Arbeitskosten, maximal 600 EUR.
Die Neuregelung gilt für alle ab dem 1.1.2006 ausgeführten und bezahlten Arbeiten. Steuerbegünstigt sind nur Arbeitsentgelte einschließlich der Mehrwertsteuer, nicht die Materialkosten. Die Steuer- ermäßigung gibt es nur, wenn die Kosten für den Handwerker nicht zu den Betriebsausgaben, Werbungskosten oder außergewöhnlichen Belastungen zählen. Den Höchstbetrag gibt es nur einmal pro Haushalt. Daher dürfen sowohl Eheleute als auch zwei Alleinstehende, die in einem Haushalt zusammenleben, den Höchstbetrag nur einmal in Anspruch nehmen (§ 35a Abs. 3 EStG). Voraussetzung für die Steuerermäßigung ist, dass dem Finanzamt die Rechnung des Handwerkers vorgelegt und zusätzlich durch einen Beleg des Kreditinstituts nachgewiesen wird, dass die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Handwerkerleistung erfolgt ist (§ 35a Abs. 2 Satz5 EStG). Der Handwerker sollte niemals bar bezahlt werden. Dann erhält der Steuerpflichtige den Abzugsbetrag nicht, auch nicht, wenn der Handwerker die Barzahlung z. B. auf der Rechnung quittiert.

Auszug aus dem BMF-Schreiben vom 03.11.2006 mit Beispielen für Handwerksleistungen:

Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen (§ 35a Abs. 2 Satz 2 EStG)

§ 35 a Abs. 2 Satz 2 EStG gilt für alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, unabhängig davon, ob es sich um regelmäßig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden. Zu den handwerklichen Tätigkeiten zählen u.a.:
  • Arbeiten an Innen- und Außenwänden,
  • Arbeiten am Dach, an der Fassade, an Garagen, o.ä.,
  • Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen,
  • Streichen/Lackieren von Türen, Fenstern (innen und außen), Wandschränken, Heizkörpern und -rohren,
  • Reparatur oder Austausch von Bodenbelägen (z. B. Teppichboden, Parkett, Fliesen),
  • Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen,
  • Modernisierung oder Austausch der Einbauküche,
  • Modernisierung des Badezimmers,
  • Reparatur und Wartung von Gegenständen im Haushalt des Steuerpflichtigen (z.B. Waschmaschine, Geschirrspüler, Herd, Fernseher, Personalcomputer),
  • Maßnahmen der Gartengestaltung,
  • Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück,
unabhängig davon, ob die Aufwendungen für die einzelne Maßnahme Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand darstellen. Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt.
Auch Kontrollaufwendungen (z.B. Gebühr für den Schornsteinfeger oder für die Kontrolle von Blitzschutzanlagen) sind begünstigt. Das Gleiche gilt für handwerkliche Leistungen für Hausanschlüsse (z.B. Kabel für Strom oder Fernsehen), soweit die Aufwendungen die Zuleitungen zum Haus oder zur Wohnung betreffen und nicht im Rahmen einer Neubaumaßnahme anfallen; Aufwendungen im Zusammenhang mit Zuleitungen, die sich auf öffentlichen Grundstücken befinden, sind nicht begünstigt.
Das beauftragte Unternehmen muss nicht in die Handwerksrolle eingetragen sein; es können auch Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz mit der Leistung beauftragt werden.

Mit freundlicher Empfehlung und den besten Grüßen
Ihr Steuerberatungsteam - Kanzlei Wolfgang Jahn