Rundschreiben

 

Sonderrundschreiben zur Vereinsbesteuerung

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

mit dem Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerlichen Engagements vom 10. Oktober 2007 wurde die Steuerfreiheit für Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit erweitert.

Demnach bleiben Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit im Dienste einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer Einrichtung die ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt (gemeinnütziger Verein) bis zu einem Freibetrag von EUR 500,00 im Jahr steuerfrei.

In diesem Zusammenhang weise ich besonders auf die Zahlungen von Aufwandsentschädigungen an ehrenamtliche Vorstandsmitglieder hin, die im einzelnen vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) mit Schreiben vom 22. April 2009 nochmals konkretisiert wurden.

Grundsätzlich übt der Vorstand einer gemeinnützigen Körperschaft sein Amt ehrenamtlich aus. Diese Bestimmung ist durch die Satzung des Vereins abänderbar. Die Organe des Vereins handeln jedoch dann pflichtwidrig, wenn sie ohne ausdrückliche Erlaubnis in der Satzung pauschale Aufwandsentschädigungen oder sonstige Vergütungen an die Mitglieder des Vereinsvorstands zahlen.

Gestattet die Satzung des Vereins nicht ausdrückliche die Bezahlung des Vereinsvorstandes und werden dennoch pauschale Aufwandsentschädigungen oder sonstige Vergütungen gezahlt, verstößt das gegen das Gebot der Selbstlosigkeit und der Verein verliert seine Anerkennung als gemeinnützig.

Von der Aberkennung der Gemeinnützigkeit ist jedoch abzusehen, wenn die Zahlungen nach dem
10. Oktober 2007 geleistet wurden, nicht unangemessen hoch waren und die Mitgliederversammlung bis zum 31. Dezember 2009 eine Satzungsänderung beschließt, die eine Bezahlung der Vorstandsmitglieder zulässt.

Mit freundlichem Gruß
Jahn, Steuerberater