Rundschreiben

 

MANDANTENRUNDSCHREIBEN


Lohn- und Gehaltsabrechnung ab Januar 2011

 

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

sicher erinnern Sie sich noch gut an den letzten Jahreswechsel mit der Einführung von ELENA. Der Start in das Jahr 2011 steht ebenfalls ganz im Zeichen der Digitalisierung: Immer mehr Daten werden vom Gesetzgeber in digitaler Form erhoben, gleichzeitig steigt der Anspruch an die Datenqualität. Ich möchte Sie im Folgenden darüber informieren, welche Auswirkungen die Neuerungen für Sie konkret haben werden.

Ab 01.01.2011 müssen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) die Erstattungsanträge für Arbeitgeberaufwendungen im Rahmen der Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Beschäftigungsverbot sowie der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld elektronisch übermittelt werden. Im Gegenzug entfallen die Papieranträge. Die Erstattungsanträge werden mit der Lohnabrechnung erstellt und anschließend an die Krankenkassen übermittelt.

Das bedeutet für Sie, dass wir von Ihnen ab Januar 2011 alle Informationen über Krankheit und Mutterschutz/Beschäftigungsverbot Ihrer Mitarbeiter pünktlich zum Lohnabrechnungstermin des jeweiligen Monats benötigen. Hier gilt es gemeinsam festzulegen, wann und in welcher Form Sie uns die erforderlichen Daten in die Kanzlei übermitteln.

Lohnsteuerkarte 2011
Sehr wahrscheinlich haben Sie schon gehört, dass die bisherige Lohnsteuerkarte in Papierform durch ein neues, elektronisches Verfahren – ElsterLohn II abgelöst wurde. Damit behalten die

 

Lohnsteuerkarten von 2010 auch für das Jahr 2011 ihre Gültigkeit. Bei Neueinstellungen sind die Arbeitnehmer dazu verpflichtet, die 2010 ausgehändigte Lohnsteuerkarte bereitzustellen. 

Wird 2011 erstmalig eine Lohnsteuerkarte benötigt, stellt diese nicht mehr die Gemeinde, sondern das zuständige Finanzamt in Form einer Ersatzbescheinigung aus. Das Finanzamt ist ab 2011 auch Ansprechpartner für Informationen zu den gespeicherten steuerlichen Daten und Änderungen. Ab 2012 werden die Daten für die Berechnung der Lohnsteuer in einer Datenbank der Finanzverwaltung hinterlegt und können von Ihnen bei Bedarf in elektronischer Form abgerufen werden.

Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter, dass sie in 2011 keine neue Lohnsteuerkarte erhalten und die Lohnsteuerkarte 2010 ihre Gültigkeit behält.

 

Neuer Tätigkeitsschlüssel

Arbeitgeber sind verpflichtet, für ihre Beschäftigten jährlich über die DEÜV-Meldungen (Datenerfassungs- und Übermittlungsverordnung) Angaben zur Sozialversicherung elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln. Diese Meldungen bilden die Basis für die spätere Rentenberechnung.

Ein Bestandteil der DEÜV-Meldung ist der Tätigkeitsschlüssel. 2010 haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherungsträger den bisherigen Tätigkeitsschlüssel grundlegend überarbeitet. Ab 2011 wird der bisher gültige fünfstellige Tätigkeitsschlüssel (TS 2010) ersetzt durch einen neuen neunstelligen.

Der neue Tätigkeitsschlüssel enthält Angaben, die uns und ggf. auch Ihnen als Arbeitgeber nicht in jedem Fall vorliegen. Deshalb werde ich im Laufe des Jahres auf Sie zukommen und die erforderlichen Angaben mittels eines Fragebogens von Ihren Arbeitnehmern erfragen.

So weit zu den wesentlichen derzeit bekannten gesetzlichen Änderungen – darüber hinaus werden sich kurzfristig wahrscheinlich noch weitere Themen zum Jahreswechsel ergeben. Über diese werde ich Sie selbstverständlich rechtzeitig informieren.

Falls Sie Fragen zu diesen Themen haben, stehe ich Ihnen mit meinem Team jederzeit gerne zur Verfügung. Darüber hinaus berate ich Sie gern wie gewohnt zu allen Fragen rund um die gesetzlichen Änderungen zum Jahreswechsel – telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Steuerberatungsteam – Kanzlei Wolfgang Jahn